Thursday, 29th February 2024
29 Februar 2024

Krass, wie viel Geld VW trotz Diesel-Krise verdient

Die Liste der Baustellen im VW-Konzern bleibt lang. Dafür hat man sich in den ersten neun Monaten 2018 überraschend gut geschlagen.

Ob Dieselkrise, drohende Fahrverbote oder neue Abgastests – Volkswagen hat allen Zweifeln zum Trotz in den ersten neun Monaten 2018 erneut mehr verdient. Gleichzeitig bestätigte der größte Autokonzern der Welt seine Umsatz- und Ertragsziele für das Gesamtjahr.

Viele Zulieferer und Hersteller hatten demgegenüber jüngst mit Gewinnwarnungen ihre Anleger schockiert.

Doch auch für VW bleiben Baustellen. So belastete der Handelskonflikt zwischen China und den USA im dritten Quartal die Geschäfte. Zugleich wurde bekannt, dass Ex-Audi-Chef Rupert Stadler aus der Untersuchungshaft entlassen wird.

Der Netto-Gewinn der Wolfsburger stieg im Zeitraum von Januar bis September um 24 Prozent auf knapp 9,4 Milliarden Euro!

Wie der Konzern am Dienstag zudem bekannt gab, lag das Ergebnis im laufenden Geschäft vor Sondereinflüssen mit 13,3 Milliarden Euro in etwa auf dem Vorjahresniveau (13,2 Milliarden Euro).

Besondere Effekte eingerechnet, gab es ein kleines Plus von 10,6 auf 10,9 Milliarden Euro. Der Umsatz stieg um 2,7 Prozent auf 174,6 Milliarden Euro.

Für den Branchenexperten Ferdinand Dudenhöffer ist dies ein Zeichen dafür, dass VW-Vorstandschef Herbert Diess „einen guten Job gemacht“ habe.

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Dennoch gab es Rückschläge.

Im dritten Quartal belasteten sowohl die Einführung der neuen Abgastest-Standards als auch eine 800-Millionen-Euro-Geldbuße für Audi in der Diesel-Affäre.

Bei der Neu-Zertifizierung von Modellen nach der WLTP-Methode kam man nicht hinterher. In der Folge brachen erst die Auslieferungen im September ein, dann rutschte das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 18,6 Prozent auf 3,51 Milliarden Euro ab.

Den Umsatz konnte VW um 0,9 Prozent auf 55,2 Milliarden Euro steigern.

Der Nettogewinn stieg im Quartal trotz der Geldbuße auf mehr als das Doppelte: 2,76 Milliarden Euro. Vor einem Jahr hatte VW mit 2,6 Milliarden Euro deutlich mehr Kosten für die Diesel-Affäre verbucht.

Die Diesel-Rechnung beträgt nun insgesamt 28,2 Milliarden Euro.

In Erinnerung gerufen wurde die Affäre am Dienstag auch wieder durch den Fall Stadler.

Der Haftbefehl wurde gegen Auflagen außer Kraft gesetzt. Stadler war im Juni wegen Betrugsverdachts und Verdunkelungsgefahr im Zusammenhang mit dem Abgas-Skandal in U-Haft gekommen. Anfang Oktober gab VW die Trennung von ihm bekannt.

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