Thursday, 29th February 2024
29 Februar 2024

Ostdeutsche gehenfrüher in Rente

Westdeutsche blicken neidisch nach Osten: Dort geht man deutlich früher in Rente. Nur 24 Prozent der Ostdeutschen, die im vergangenen Jahr in Rente gingen, haben bis „normalen“ Renteneintrittsalter (65 Jahre und 7 Monate) gearbeitet. Im Westen waren es dagegen 45 Prozent.

Dagegen wird die abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren (nach 45 Beitragsjahren) im Osten wesentlich häufiger in Anspruch genommen. 2017 waren es 42 Prozent der Neurentner. Im Westen lag die Quote bei 30 Prozent.

Selbst beim vorzeitigen Renteneintritt mit Abschlägen (0,3 Prozent pro Monat) lagen die Ostdeutschen vorn. 27 Prozent der Neurentner nahmen eine Kürzung ihrer Altersbezüge in Kauf. Im Westen konnten sich das nur 17 Prozent „leisten“.

Das hat das ifo-Institut Dresden anhand von Statistiken der Deutschen Rentenversicherung berechnet. Grund für den früheren Renteneintritt: „In der DDR war es üblich, frühzeitig ins Berufsleben zu starten“, erklärt ifo-Wissenschaftler Joachim Ragnitz.

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Für Ragnitz sind dafür die höheren Rentenansprüche der Frauen im Osten ursächlich. „Eine Rente mit Abschlägen kann man sich eher leisten, wenn zwei Rentenbezieher mit hohen Bezügen in einem Haushalt leben.“

► Eine Frau im Osten kam laut Ragnitz bei normalem Renteneintritt in 2017 im Schnitt auf 810 Euro/Monat, im Westen auf 452 Euro.

► Ein ostdeutscher Mann hatte 902 Euro, ein Westdeutscher 738 Euro. Bei der Rente mit 63 Jahren lag die Auszahlung im Osten mit 1123 Euro im Schnitt unter den im Westen. Dort betrug sie 1290 Euro.

Allerdings: In Ostdeutschland sind die Lebenshaltungskosten laut Experten rund zehn Prozent niedriger als in den alten Bundesländern.

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