Tuesday, 12th November 2019
12 November 2019

Auch in Deutschland fällt „substanzielle Zahl“ an Jobs weg

Der radikale Kurswechsel der Deutschen Bank wird eine erhebliche Zahl von Mitarbeitern im Inland den Job kosten.

Wie die Deutsche Bank am Sonntag mitgeteilt hatte, will sie bis zum Ende des Jahres 2022 weltweit rund 18 000 von zuletzt rund 91 000 Vollzeitstellen streichen. Von diesem geplanten Umbau sind auch in Deutschland in nennenswertem Umfang Arbeitsplätze betroffen. „Natürlich wird auch in Deutschland eine substanzielle Zahl an Stellen wegfallen“, sagte Vorstandschef Christian Sewing dem „Handelsblatt“.

Wie viele es sein werden, sagte er nicht. „Dabei ist allerdings wichtig zu wissen, dass der schon zuvor geplante Abbau im Zuge der Integration der Postbank bereits in der Gesamtzahl enthalten ist“, fügte Sewing hinzu. Die Deutsche Bank will sich unter anderem aus dem Aktienhandelsgeschäft zurückziehen.

Nachdem ein Zusammengehen mit der Commerzbank nicht für sinnvoll erachtet wurde, will Sewing die Deutsche Bank vorerst allein voranbringen: „Es bringt nichts, jetzt über einen dritten oder vierten Fusionsanlauf mit der Commerzbank zu sprechen. Wir haben uns für diesen Alleingang entschlossen, jetzt lassen Sie uns bitte erst mal machen“, sagte er.

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„Wenn es dann zu einer Konsolidierung kommen sollte, fände ich europäische Zusammenschlüsse logischer als nationale. Aber das ist Zukunftsmusik“, sagte Sewing.

Beim angestrebten internen Kulturwandel sieht Sewing die Bank längst nicht am Ziel. „Wir als Führungskräfte müssen aufmerksam bleiben. Denn es passieren immer noch Dinge, die uns nicht gefallen können. Da müssen wir sofort eingreifen und gegensteuern“, sagte er.

Sewing verurteilt Luxus-Allüren in London

Sewing sprach einen Vorfall zu Wochenbeginn im Londoner Hauptquartier der Deutschen Bank an: „Mir fehlt jegliches Verständnis dafür, dass in unserer Niederlassung in London am Montag jemand Schneider bestellt hat, um Maßanzüge auszumessen“, sagte Sewing.

„Am gleichen Tag mussten wir vielen Mitarbeitern im Aktienhandel sagen, dass sie gehen müssen, weil wir ihre Abteilung schließen.“

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Dass jemand an so einem Tag einen Schneider kommen lasse, sei respektlos. „Dieses Verhalten steht in keiner Weise im Einklang mit unseren Werten“, ergänzte der Vorstandschef.

Ob seine 15-monatige Amtszeit als Bank-Chef ihn verändert habe? Sewing: „Ich bin der Meinung, es hat mich als Mensch nicht verändert. Aber es gibt Dinge, die in dieser Position wichtiger sind als vorher, allen voran Klarheit und Konsequenz. Und zu Konsequenz gehört auch immer ein bisschen Härte. Ich habe bei der Deutschen Bank in den vergangenen Jahrzehnten viele persönliche Verbindungen aufgebaut. Aber darauf darf ich als Vorstandschef keine Rücksicht nehmen, wenn unangenehme Entscheidung notwendig sind.“

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