Saturday, 15th December 2018
15 Dezember 2018

Backpackerin spurlos verschwunden – Internationale Suchaktion läuft

Nach Neuseeland gehen und unbeschwert reisen. Backpackerin Grace Millane hat sich diesen Wunsch erfüllt und ist jetzt verschwunden. 

Auckland – Die 22-jährige Grace Millane ist am letzten Samstag, den 1. Dezember, verschwunden. Die Engländerin aus Essex war vor zwei Wochen nach Neuseeland aufgebrochen. Die Studentin hatte im September ihr Bachelor-Studium an der „University of Lincoln“ beendet und war das erste Mal im Ausland alleine unterwegs. Deshalb war sie mit ihrer Familie während ihrer Reise konstant in Kontakt geblieben und hatte regelmäßig auf Nachrichten geantwortet. Als sich das am Samstag änderte, schaltete die Familie die Polizei ein. 

Zuletzt gesehen wurde Millane in Auckland, einer der größten Städte auf der Nordinsel Neuseelands. Dort hatte sie im „Base Backpackers“, einem Hostel im Herzen Aucklands, übernachtet, war aber nicht mehr zurückgekehrt. Sie hatte sich mehrere Tage nicht mehr gemeldet, was laut ihrer Familie sehr untypisch für sie war. Besonders seltsam: Auch am Sonntag, ihrem 22. Geburtstag, antwortete sie auf keine Glückwusch-Nachrichten und nahm keinen Kontakt zu ihren Angehörigen auf. Daraufhin meldete ihre Familie sie am Mittwoch offiziell als vermisst. 

Grace Millane verschwunden: Familie startet eigene Suchaktion

Scott Beard, Ermittler der Polizei in Auckland, erklärte, dass sich die Ermittlungen auf Orte konzentrieren, an denen Grace Millane seit ihrer Ankunft in Neuseeland gewesen war und die Polizei vor allem mit Hilfe der Videoüberwachung versucht, Millanes Aktivitäten nachzuverfolgen. Auswertungen der Überwachungsvideos haben bereits ergeben, dass sie sich um 19.15 Uhr am Samstagabend noch im Sky City, einem Vergnügungszentrum, aufhielt. 

Millane – CCTV Bild

Neuste Ergebnisse der Videoauswertung platzieren sie um 21.41 Uhr mit einem Mann im City Life Hotel in Auckland, teilte die New Zealand Polizei auf ihrer Webseite mit. Auf der Suche nach Millane arbeitet die Polizei eng mit der Familie und der britischen Botschaft in Wellington zusammen. Der Vater von Grace hatte sich bereits auf den Weg nach Neuseeland gemacht und ist am Freitag um 7 Uhr morgens lokaler Zeit angekommen. Am Nachmittag gab er auf einer Pressekonferenz der Polizei ein emotionales Statement. Währenddessen versuchen ihre zwei älteren Brüder, über Hilferufe in den sozialen Netzwerken ihre Schwester wiederzufinden. 

„Natürlich ist das im Moment eine äußerst belastende Situation für Graces Familie, und je länger sie vermisst bleibt, desto stärker wird unsere Sorge um ihre Sicherheit und Wohlbefinden“, zeigte sich Beard besorgt. Zwar gebe es bislang keine Anzeichen auf Fremdeinwirkung, „aber wir ermitteln in alle Richtungen“. Mittlerweile haben sich auch schon immer mehr Augenzeugen bei der Polizei gemeldet, die Millane gesehen haben wollen. Zunächst konnten diese Aussagen aber nicht bestätigt werden. 

25 Polizisten arbeiten an dem Fall, und es wird weiterhin versucht, über Material der Videoüberwachung neue Informationen zu gewinnen. Eingeschaltet hat sich auch der Lucie Blackman Trust, der sich um britische Bürger kümmert, die im Ausland in Not geraten. Sie ist nicht die einzige. Vor der Küste Australiens verschwanden 30 Menschen.

mm/tz

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