Wednesday, 21st November 2018
21 November 2018

Mehr Geld für Azubis!

Ministerin Karliczek will Berufsbildungsgesetz erneuern

Neue Regeln für Azubis!

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (47, CDU) will das Berufsbildungsgesetz erneuern. Bis zum 1. August 2019 soll es beschlossen sein, ab 1. Januar 2020 in Kraft treten, so die Pläne des Ministeriums. Darin fest verankert: eine Mindestausbildungsvergütung für alle Azubis!

In einer Rede beim Tag der Berufsbildung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) nennt die Ministerin am Donnerstag zum ersten Mal Zahlen.

Ihr Vorschlag: Sie will die Mindestausbildungsvergütung künftig an das Schüler-BAföG koppeln. Ab dem zweiten Ausbildungsjahr bekommen Azubis dann einen Aufschlag gegenüber dieser Leistung. Der Aufschlag steigt mit den Ausbildungsjahren an.

Heißt konkret: 504 Euro im ersten, 529 Euro im zweiten, 554 Euro im dritten und 580 Euro im vierten Ausbildungsjahr.

Karliczek in ihrer Rede: „Für mich muss diese Mindestausbildungsvergütung eine von Maß und Mitte sein. Sie muss ausgewogen und in der Höhe klug gewählt sein. Denn sie soll bundes- und branchenweit gelten: Also nicht nur in Niedersachsen und Hessen, sondern auch in Sachsen und Brandenburg.”

Im BILD-Interview hatte Karliczek gesagt, sie suche nach einer maßvollen Lösung, um keine Ausbildungsplätze zu vernichten, wolle den jungen Leuten aber auch Wertschätzung zeigen.

Die SPD lehnt den Plan ab: „Die Ministerin prescht nach Monaten der Untätigkeit mit nicht nachvollziehbaren und unabgestimmten Vorschlägen zur Höhe der Mindestausbildungsvergütung vor. Damit wird sie den berechtigten Ansprüchen der Auszubildenden, für ihre Leistung eine angemessene Vergütung zu erhalten, nur unzureichend gerecht“, sagte die Sprecherin für Berufsausbildung der SPD-Fraktion, Yasmin Fahimi, dem Handelsblatt.

Fahimi fordert, die Höhe der Vergütung solle im Austausch mit beiden Seiten der Sozialpartner festgelegt werden und in Anlehnung an das Tarifgefüge. Die Vorschläge der Ministerin „geben schlicht das wieder, was Arbeitgebervertreter für vertretbar erklärt haben“, so die frühere Generalsekretärin der SPD weiter.

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