Saturday, 15th December 2018
15 Dezember 2018

Es klingelt in der Rentenkasse

Die Finanzlage der gesetzlichen Rentenversicherung verbessert sich dank der guten Konjunktur immer weiter: Für 2018 zeichnet sich ein Überschuss von vier Milliarden Euro ab!

Damit dürfte die Renten-Rücklage auf knapp 38 Milliarden Euro wachsen, teilte die Deutsche Rentenversicherung mit. Wesentliche Ursache der Entwicklung: die erhöhten Beiträge der Beschäftigten.

▶ ︎In den ersten neun Monaten 2018 stiegen sie um 4,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. „Das ist die höchste Zunahme in den vergangenen zehn Jahren“, sagte die Vorsitzende des Bundesvorstands, Annelie Buntenbach (63).

▶ ︎Positiv wirken sich auch steigende Beiträge des Bundes für Kindererziehungszeiten aus – weil es mehr Kinder gibt.

Geld schon verplant?

Tatsächlich ist diese Finanz-Reserve aber auch dringend notwendig. Denn: Die größten Beitrags-Fresser sind die Leistungsverbesserungen durch die jüngste Rentenreform: Deren Kosten belaufen sich auf fünf Milliarden Euro.

▶ ︎Der größte Teil davon entfalle auf die sogenannte Mütterrente II, die allein 3,8 Milliarden Euro ausmache, sagte Buntenbach.

▶ ︎Auch steigen die jährlichen Mehrausgaben bis 2025 durch die Verbesserungen für Erwerbsminderungsrenten auf etwa eine Milliarde Euro.

▶ ︎Die Beitragsausfälle durch die Ausweitung der Gleitzone für Niedrigverdiener führen zu jährlichen Mindereinnahmen von rund 200 Millionen Euro.

Die Rentenreform sieht vor, dass das Rentenniveau bis 2025 nicht unter 48 Prozent fallen und der Beitragssatz nicht über 20 Prozent steigen dürfe. Ab 2021 greift die Haltelinie.

Buntenbach: „Der dadurch ausgelöste Finanzierungsbedarf sowie die zusätzlichen Leistungsverbesserungen lassen den Beitragssatz nach aktuellen Projektionen stärker steigen als nach geltendem Recht.“

Im Jahr 2025 greift voraussichtlich die Beitragssatzgarantie, die bewirkt, dass dieser nicht über 20 Prozent steigt. Dafür muss der Bund zusätzliche Mittel von knapp zwei Milliarden Euro bereitstellen.

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