Saturday, 15th December 2018
15 Dezember 2018

Börsenbeben wegen verhafteter China-Managerin

Nach der Festsetzung der Huawei-Finanzchefin Meng Wanzhou ist die Angst vor einer erneuten Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und China neu entfacht. Wanzhou wurde in Kanada verhaftet, die USA drängen auf die Auslieferung der Top-Managerin. Für Freitag sei jedoch zunächst eine Kautionsanhörung angesetzt worden.

Der Konflikt schickt die Börsen auf Talfahrt. Ängste vor eskalierenden Spannungen zwischen den USA und China lasteten schwer auf den Kursen:

▶ ︎Der Deutsche Aktienindex (Dax) verlor am Donnerstag 3,48 Prozent und schloss bei 10 810,98 Punkten. Damit fiel der Index auf den tiefsten Stand seit Anfang Dezember 2016. Es war der größte Tagesverlust seit dem Brexit-Votum in Großbritannien im Juni 2016.

▶ ︎Auch die Wall Street erlebte einen chaotischen Tagesstart: Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 fielen zur Eröffnung zwischenzeitlich um jeweils rund 1,5 Prozent.

Dow Jones und S&P 500 haben sich mittlerweile erholt und standen zuletzt bei einem Punktverlust von einem knappen halben Prozent. Der Nasdaq liegt sogar leicht im Plus.

Deutlich bergab ging es auch an den asiatischen Märkten.

▶ ︎Der Nikkei-Index verlor 1,9 Prozent auf 21 501 Zähler. Der Shanghai-Composite gab 1,7 Prozent nach.

  • Huawei-Top-Managerin

    USA lassen China-Chefin verhaften

    Top-Managerin Meng Wanzhou, die für den chinesischen Smartphone-Riesen Huawei arbeitet, wurde in Vancouver (Kanada) verhaftet.

Die Angst vor einer erneuten Eskalation im Handelskrieges steigt.

▶ ︎Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC: „Mit der Verhaftung der Huawei-Managerin stehen neue Fragezeichen hinter den Handelsgesprächen zwischen den USA und China. Die Chinesen werden diese Verhaftung als Provokation werten.“

▶ ︎Aus Sicht von Marktanalyst Salah Bouhmidi vom Broker DailyFX ist die Unruhe spürbar: „Die Risiken nehmen nicht ab, ganz im Gegenteil. Die Angst im Markt ist wieder groß.“

▶ ︎Ein Händler: „Es gibt wieder eine verstärkte Sorge bei Investoren um eine Verschärfung des Zollkonflikts. Die Festnahme der Huawei-Managerin ist doch noch einmal etwas, was die Leute verschreckt.“

China (noch) gelassen

Zunächst gibt sich das chinesische Handelsministerium aber im Konflikt mit den USA zuversichtlich.

China gehe davon aus, dass es innerhalb der 90-tägigen Verhandlungsrunde einen Handelsvertrag mit den USA schließen könne, sagte Gao Feng, Sprecher des Handelsministeriums. Die Kommunikation zwischen den Verhandlungsteams sei gut, sie hätten bereits eine hohe Übereinstimmung erreicht.

Das Ziel sei es, alle Strafzölle innerhalb von 90 Tagen zu streichen.

Die beiden größten Volkswirtschaften der Welt hatten am Rande des G20-Gipfels in Argentinien eine 90-tägige Atempause in dem seit Monaten schwelenden Konflikt über höhere Zölle vereinbart.

Gao lehnte es ab, die Festnahme von Huaweis Finanzchefin Meng Wanzhou in Kanada zu kommentieren.

Hintergrund

Top-Managerin Meng Wanzhou, die für den chinesischen Smartphone-Riesen Huawei arbeitet, war am 1. Dezember in Vancouver (Kanada) verhaftet worden.

Der Grund: Die US-Justiz sucht Wanzhou wegen Sanktionsverstößen. Einem Insider nach werde die Tochter von Huawei-Gründer Ren Zhengfei beschuldigt, das US-Handelsembargo gegen Iran verletzt zu haben.

Huawei bestätigte die Verhaftung. Der Konzern habe aber nur wenige Informationen erhalten, was der Managerin vorgeworfen werde und ihm sei kein Fehlverhalten bekannt. Huawei halte sich an alle Gesetze und Regulierungen, inklusive Exportkontrollen und Sanktionen der Vereinten Nationen sowie der USA und der EU.

Anleger spekulieren nun darauf, dass der Huawei-Fall die Spannungen zwischen den USA und China neu anheizt.

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