Thursday, 18th July 2019
18 Juli 2019

Aus für WMF-Produktion im Stammwerk

Töpfe, Besteck und andere Küchenutensilien von WMF: Für viele Inbegriff von Qualitätsware aus Baden-Württemberg, „Made in Germany“. Doch damit ist jetzt Schluss!

Das Traditionsunternehmen WMF wird sein Stammwerk für Edelstahlkochtöpfe in Geislingen schließen und es sollen bis zu 400 Stellen gestrichen werden.

Das kündigte die französische SEB-Gruppe, der die Württembergische Metallwarenfabrik AG (WMF) seit 2016 angehört, am Donnerstag an. Die Fertigung sei „defizitär“, heißt es in einer von WMF verbreiteten SEB-Mitteilung.

Die Veränderungen sind Teil des Programms „Agenda 21“, das die Wettbewerbsfähigkeit steigern soll. Das heißt auch, dass „die Fertigung von Edelstahl-Kochgeschirr in Geislingen bis Ende des Jahres 2020 an andere Standorte des Unternehmens in Europa verlagert“ werden.

Welche Länder infrage kommen, ist noch unklar. Neben der Verlagerung der Kochgeschirrproduktion ins EU-Ausland gehören dazu laut Mitteilung die Neuorganisation der Logistik im WMF-Lager Dornstadt sowie eine erhebliche Senkung der Verwaltungskosten.

„Die Umstrukturierung könnte etwa 400 von global 6200 Arbeitsplätzen betreffen“, heißt es. Der Abbau solle über ein Freiwilligenprogramm sowie Altersteilzeit und neue Stellen in Geislingen sowie am zukünftigen Logistikzentrum in Dornstadt abgefedert werden, Näheres soll in den nächsten Wochen entschieden werden.

SEB hatte langfristige Ziele versprochen

SEB hatte den Küchengeräte-Hersteller im Mai 2016 von den Finanzinvestoren Kohlberg Kravis Roberts (KKR) für mehr als 1,5 Milliarden Euro gekauft. Dabei hatten sie langfristige Ziele für die Marke betont.

Der französische Konzern ist bekannt für Marken wie Moulinex und Krups. Die Gruppe wurde eigenen Angaben zufolge mit der Übernahme von WMF zum Weltmarktführer bei gewerblichen Kaffeevollautomaten und zu einem der größten Anbieter für Küchenausstattung. Der schwäbische Hersteller von Kaffeemaschinen, Töpfen, Besteck und Küchengeräten war zuvor in Turbulenzen geraten und hatte sich ein striktes Sparprogramm auferlegt.

WMF wurde 1853 als Metallwarenfabrik Straub & Schweizer in Geislingen gegründet. Anfang des Jahres wurde das historische Warenarchiv mit über 11 000 Stücken als besonders schützenswert in das Denkmalbuch des Landes Baden-Württemberg aufgenommen.

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