Saturday, 15th December 2018
15 Dezember 2018

Starkes Seebeben erschüttert Griechenland: Tausende rennen ins Freie – „Ich habe gezittert“

Millionen Menschen im zentralen Mittelmeer schrecken in der Nacht aus dem Schlaf. Weil ihre vier Wände kräftig wackeln, suchen verängstigte Hausbewohner Schutz in Parks. Das Beben ist vor allem auf den Inseln im Ionischen Meer zu spüren – aber auch weit darüber hinaus.

Update 11.45 Uhr: Nach Seebeben in Griechenland berichten Menschen von dramatischen Szenen

„Ich habe gezittert. Alles, Bücher, Vasen, Teller kam runter aus den Regalen“, sagte eine Frau im griechischen Fernsehen. Die Schulen und Behörden blieben am Freitag geschlossen, damit die Statik der Gebäude überprüft werden kann.

Die stabilen Bauweise der Häuser auf Zakynthos und die Richtung der seismischen Wellen haben nach Angaben der Seismologen die Insel vor Schlimmerem bewahrt.

Die Feuerwehr und die Polizei hatten bei Tageslicht eine erste Kontrolle in allen Ortschaften der Insel durchgeführt, wie der Zivilschutz mitteilte. Schäden wurden entlang der Kaimauer der Hafenpromenade von Zakynthos-Stadt entdeckt. Zudem gab es mehrere Straßen, die durch herabgefallene Steine und Felsen blockiert waren. 

Update 10.35 Uhr: Erdbeben in Griechenland auch in Süditalien zu spüren

Leichte Auswirkungen des Seebebens in Griechenland waren auch an der Küste Süditaliens zu spüren. Eine Tsunamiwarnung der zweithöchsten Stufe „Orange“ wurde vorübergehend für die Küsten in Kalabrien, Basilikata, Apulien und Teile Siziliens ausgerufen, wie die Erdbebenwarte INGV in der Nacht zu Freitag mitteilte. Das bedeute eine mögliche Meereserhöhung von unter einem Meter. Strände sollten gemieden werden. Letztlich wurde dann aber nur eine Wellenhöhe von zehn Zentimetern in der kalabrischen Stadt Crotone gemessen. Die Warnung wurde um kurz vor 7.00 Uhr wieder aufgehoben. Schäden seien nicht gemeldet worden, teilte der Zivilschutz mit.

Update 10.30 Uhr: Seebeben vor Zakynthos – keine Opfer

Das starke Seebeben vor der beliebten griechischen Touristeninsel Zakynthos hat offenbar keine Opfer gefordert. „Niemand wurde verletzt. Verschüttete haben wir nicht“, sagte der Bürgermeister der Insel, Pavlos Kolokotsas, im Staatsradio (ERT) am Freitagmorgen.

6.03 Uhr: Athen – Ein starkes Seebeben im Ionischen Meer hat am frühen Freitagmorgen Griechenland erschüttert und viele Menschen aus dem Schlaf gerissen. Das Zentrum des Bebens lag nach Messungen verschiedener Erdbebenwarten in der Region um die Insel Zakynthos und hatte eine Stärke zwischen 6,6 und 6,9. Zu spüren war das Beben in ganz Griechenland, auf Malta, in Albanien und Süditalien sowie entlang der Westküste der Türkei. Eine nennenswerte Flutwelle entstand griechischen Seismologen zufolge nicht, sodass kein Anlass zu einer Tsunami-Warnung bestand.

„Es war ein sehr starkes Beben“, sagte der Bürgermeister von Zakynthos, Pavlos Kolokotsas, im griechischen Rundfunk. „Schwere Schäden haben wir aber nicht. Auch Informationen über Verletzte liegen mir nicht vor.“ Verängstigte Menschen stürzten zu Tausenden auf die Straßen und suchten Zuflucht in Parks. Viele verbrachten die Nacht in ihren Autos. Die Schulen werden am Freitag geschlossen bleiben und sollen von Statikern kontrolliert werden.

Die Meldungen vom Morgen:

Erdbeben in Griechenland – Tausende rennen nach Seebeben ins Freie

Örtliche Medien berichteten, das Beben habe Teile des Hafens von Zakynthos beschädigt. Es wurden Fotos eines langen Risses entlang der Hafenpromenade gezeigt. Zudem soll ein Kloster auf der Kleininsel Strofadi Schaden genommen haben, wie das Staatsfernsehen (ERT) berichtete.

Erdbeben in Griechenland – Strom fiel durch Seebeben aus

„Es war ein starkes Beben im Ionischen Meer“, sagte der Geologe Efthymios Lekkas im griechischen Rundfunk. Das Zentrum des Bebens lag demnach rund 44 Kilometer westlich von Zakynthos in einer Tiefe von etwa zehn Kilometern unter dem Meeresboden. „Es gab mehrere Nachbeben“, fügte Lekkas hinzu. Nach Angaben des stellvertretenden Gouverneurs der Ionischen Inseln, Lefteris Notopoulos, lagen nach einer ersten Inspektion der Polizei und der Feuerwehr auf Zakynthos keine Informationen über Verletzte vor.

Bewohner von Zakynthos berichteten, der Strom sei in weiten Teilen der Insel ausgefallen. „Wir sind mit unseren Kindern jetzt in den Autos. Die Menschen haben Angst. Ich sehe Schäden an den Wänden der Häuser hier“, sagte ein Augenzeuge dem griechischen Nachrichtensender „90,1“.

Erdbeben in Griechenland: 1953 kamen fast 500 Menschen ums Leben

Die Region des Ionischen Meeres ist latent von Erdbeben gefährdet. Westlich der Inselgruppe verläuft ein tiefer Graben am Meeresgrund, dort treffen die europäische und die afrikanische Kontinentalplatte aufeinander. Durch die Reibungen der gewaltigen Platten werden immer wieder starke Beben ausgelöst.

Im Jahr 1953 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,2 die Region und kostete fast 500 Menschen das Leben. Fast alle Ortschaften der Inseln Kefalonia und Zakynthos wurden damals dem Erdboden gleichgemacht.

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dpa

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